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DEFINITION EINES COMPUTERVIRUS
Bei einem Computervirus handelt es sich um ausführbaren Code mit
der aussergewöhnlichen Fähigkeit, sich zu replizieren. Ebenso wie
biologische Viren können sich auch Computerviren schnell ausbreiten und
sind oftmals nur schwer zu vernichten. Sie können sich an jede
beliebige Art von Datei anhängen und verbreiten sich über das Kopieren
und das Versenden von Dateien von einem System zum nächsten. Einige
Computerviren sind so programmiert, dass sie mit einem Schadteil
versehen sind. Dieser Schadteil kann einerseits in der Anzeige von
Nachrichten oder Bildern, andererseits aber auch in der Zerstörung von
Dateien, der Neuformatierung Ihrer Festplatte oder anderen Schäden
bestehen. Ist der Virus nicht auf Schädigung programmiert, kann er
dennoch Probleme bereiten, indem er Festplatten- und Arbeitsspeicher
blockiert und die Gesamtleistung Ihres Computers herabsetzt.
Angriffe von Viren werden immer mehr zur Regel, sie finden immer häufiger
statt und sie haben immer gravierendere Folgen. Eine Ursache für die
Zunahme der Virenvorfälle besteht in der rasanten Zunahme interner
Netzwerke und Netzwerkverbindungen, die insbesondere im Zusammenhang mit
dem Internet oder Intranet eingerichtet wurden. Je größer die Anzahl
der gemeinsam genutzten Dateien, desto größer ist auch das Risiko
einer Infektion durch Viren. Abgesehen von den zunehmenden Möglichkeiten
für Viren in eine Organisation einzudringen, sind neue Arten von Viren
ein weiterer Grund für die steigende Anzahl der Vorfälle. Dazu gehören
Makroviren und ausführbare Viren (PE Viren), die sich über gemeinsam
genutzte Dokumente und eMails/Attachments sehr rasch ausbreiten. Laut
Angaben im Lab Sixth Annual Computer Virus Prevalence Survey der
International Computer Security Association (ICSA) wurden im Jahr 2000
87 % der Viren über Internet-eMails verbreitet, verglichen mit 56 % im
Jahr 1999.
LEBENSZYKLUS EINES VIRUS
Virenausbrüche treten auf, wenn ein Netzwerk mit einer so großen
Anzahl an Computerviren oder virenverbreitenden Nachrichten überschüttet
wird, dass dies den Server überlastet und teure Netzausfallzeiten
entstehen. Der Lebenszyklus eines Computervirus beginnt mit seiner
Erzeugung und endet mit seiner vollständigen Vernichtung.
PHASE 1: ERSTELLUNG
Bis vor einigen Jahren benötigte man noch Kenntnisse in einer
Programmiersprache, um einen Virus zu erstellen. In der heutigen Zeit
ist nur wenig Programmierwissen erforderlich, um einen Virus zu
erzeugen.
PHASE 2: VERBREITUNG
Viren vermehren sich von Natur aus. Ein erfolgreicher Virus vermehrt
sich über einen langen Zeitraum, bevor er aktiv wird. Dies gibt ihm genügend
Zeit, sich auszubreiten.
PHASE 3: AKTIVIERUNG
Viren mit programmiertem Zerstörungsverhalten werden aktiviert,
wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, z.B. Ausbruch des Virus zu
einem festgelegten Datum oder bei der Ausführung eines bestimmten
Vorgangs durch den Benutzer. Doch auch Viren ohne programmiertes Zerstörungsverhalten
können durch die Belegung wertvollen Speicherplatzes Schaden anrichten.
PHASE 4: ENTDECKUNG
Sobald ein Virus entdeckt und isoliert werden konnte, wird er an die
International Computer Security Association in Washington, D.C.
geschickt, wo er dokumentiert und an die Entwickler von AntiViren-Lösungen
geschickt wird. Entdeckt wird der Virus in der Regel mindestens ein
Jahr, bevor er zu einer Bedrohung des elektronischen Datenverkehrs hätte
werden können.
PHASE 5: ANPASSUNG
Zu diesem Zeitpunkt ändern die Entwickler ihre Software dahingehend
ab, dass sie den neuen Virus entdecken kann. Dies kann einen Tag, aber
auch sechs Monate dauern, je nach Entwickler und Virentyp.
PHASE 6: VERNICHTUNG
Wenn genügend Benutzer aktuelle Virenschutzsoftware installieren, können
alle Viren unschädlich gemacht werden. Bisher ist noch kein Virus
vollständig verschwunden, aber einige stellen seit langer Zeit keine
Bedrohung mehr dar.
ARTEN VON VIREN
Malware ist ein allgemeiner Begriff für unerwartete bzw. böswillige
sich selbst verbreitende (Maliciouse Mobile Code= MMC) Programme oder
Code, wie z.B. Viren, Trojaner, Würmer oder Joke-Programme. Viren und
andere Malware werden abhängig von ihrem Dateiformat und ihren
Infektionsroutinen in verschiedene Kategorien eingeordnet.
ACTIVEX-VIREN
Eine ActiveX-Steuerung ist ein Komponentenobjekt, das in eine
Internetseite eingebettet ist und bei der Anzeige der Seite automatisch
ausgeführt wird. In vielen Fällen kann der Web-Browser so konfiguriert
werden, dass diese ActiveX-Steuerung nicht ausgeführt wird. Hierfür
werden die Sicherheitseinstellungen des Browsers auf „hoch“ gesetzt.
Hacker, Virenschreiber und andere Personen, die in irgendeiner Form
Schaden anrichten wollen, können böswilligen ActiveX-Code für einen
Angriff auf das System verwenden.
BOOTSEKTOR-VIREN
Bootsektor-Viren infizieren den Bootsektor oder die
Partitionstabelle einer Festplatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein
Computersystem von einem Bootsektor-Virus angegriffen wird, ist dann am
höchsten, wenn Sie den Computer mit einer infizierten Diskette im
Diskettenlaufwerk starten. Auch wenn der Bootvorgang nicht erfolgreich
ausgeführt wird, kann der Virus die Festplatte infizieren. Sobald das
System infiziert ist, versucht der Bootsektor-Virus, jeden Datenträger
zu infizieren, auf den der Computer zugreift. Im allgemeinen können
Bootsektor-Viren erfolgreich entfernt werden.
DATEI-VIREN
Dateiviren infizieren ausführbare Programme (im allgemeinen Dateien
mit der Endung .com bzw. .exe). Die meisten dieser Viren versuchen
einfach, sich zu vermehren und sich auszubreiten, indem sie andere
Wirtsprogramme infizieren – aber einige zerstören versehentlich das
Programm, das sie infizieren, indem sie Teile des Originalcodes überschreiben.
Einige dieser Viren haben eine große Zerstörungskraft und sind
beispielsweise darauf programmiert, die Festplatte zu einer
festgesetzten Zeit zu formatieren oder eine andere böswillige Aktion
auszuführen. In vielen Fällen kann ein Dateivirus erfolgreich aus der
infizierten Datei entfernt werden. Hat der Virus einen Teil des
Programmcodes überschrieben, lässt sich die Originaldatei nicht
wiederherstellen.
JAVA-VIREN
Java-Applets sind kleine, portable, in HTML-Code eingebettete
Java-Programme. Sie werden automatisch ausgeführt, sobald die Seiten
angezeigt werden. Das Ausführen von Java Aplets kann im Web-Browser
deaktiviert werden. Hacker, Virenschreiber und andere Personen, die in
irgendeiner Form Schaden anrichten wollen, können böswilligen
Java-Code für einen Angriff auf Ihr System verwenden.
MAKRO-VIREN
Makroviren sind Viren, die die Makro-Programmiersprache einer
anderen Anwendung verwenden, um sich zu verbreiten. Im Gegensatz zu
anderen Viren infizieren Makroviren keine Programme oder den Bootsektor
– obwohl einige von ihnen Programme auf der Festplatte des Benutzers
hinterlegen.
PROOF-OF-CONCEPT
Ein Proof-Of-Concept-Virus oder -Trojaner zeigt an, dass etwas neu
ist bzw. noch nie zuvor gesehen wurde. Beispielsweise war VBS_Bubbleboy
ein Proof-Of-Concept-Wurm, da er als erster eMail-Wurm automatisch
ausgeführt wurde, ohne dass der Benutzer auf einen Datei-Anhang
doppelklicken musste. Die meisten Proof-Of-Concept-Viren finden niemals
direkte Anwendung. Virenschreiber übernehmen jedoch oft die Idee (und
den Code) eines Proof-Of-Concept-Virus und implementieren diese in zukünftigen
Viren.
SKRIPT-VIREN
Skriptviren sind in einer Skript-Programmiersprache wie z.B.
VBScript oder JavaScript geschrieben. VBScript (Visual Basic
Script)-Viren und JavaScript-Viren machen sich den Microsoft Windows
Scripting Host zunutze, um sich selbst zu aktivieren und andere Dateien
zu infizieren. Da der Windows Scripting Host auf Windows 98 und Windows
2000 verfügbar ist, können die Viren einfach durch Doppelklick auf die
*.vbs- oder *.js-Datei im Windows Explorer aktiviert werden.
TROJANER
Ein Trojaner ist ein Programm, das unerwartete oder nicht
autorisierte, in der Regel böswillige Aktionen durchführt, wie z.B.
das Anzeigen von Meldungen, das Löschen von Dateien oder das
Formatieren von Festplatten. Ein Trojaner infiziert keine anderen
Wirtsdateien, daher ist ein Säubern nicht notwendig.
WÜRMER
Ein Computerwurm besteht aus einem in sich geschlossenen Programm
(oder aus einer Reihe von Programmen), das funktionsfähige Kopien von
sich selbst oder seinen Segmenten in anderen Computersystemen
verbreitet. Die Vermehrung findet normalerweise über
Netzwerkverbindungen oder eMail-Attachments statt.
Quelle: http://de.trendmicro-europe.com/
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